Buchreview – Vampires Dawn

Wenn aus einem Spiel deiner Kindheit, ein Roman wird.

Heute möchte ich euch zur Abwechslung mal etwas vorstellen, dass aus einem ganz anderen Bereich kommt als meine bisherigen Beiträge. Wie ihr wisst, besteht meine Freizeit zu einem großen Teil daraus mich mit Lektüren verschiedener Art, vor allem aber mit Mangas und den dazugehören Animes, zu beschäftigen. Neben eben dieser, gibt es allerdings noch etwas das meine Welt bewegt… und das sind Indie Games. An erster Stelle diese süßen pixeligen 2D-Retro-Spiele die man als Kind der achtziger- und neunziger garantiert kennt, wenn nicht sogar selbst mal ein Projekt mit dem RPG-Maker gestartet hat. Von der Idee bis zum fertigen Spiel: Stundenlange Arbeit, bis ins kleinste Detail, Schweiß, Tränen und Pixelblut… damit auch alles da ist wo es hingehört und wehe dem, wenn irgendwo ein Fehler war, den zu finden… reden wir besser nicht drüber ( ̄ヘ ̄|||)

Geprägt hat meine Kindheit und Jugend ganz besonders ein Spiel, nämlich Vampires Dawn. Damals (das war so um 2001/2002) haben meine beste Freundin und ich das Spiel auf einer dieser Spielediscs in einer Computerzeitschrift gefunden. Es war das erste Spiel seiner Art, dass ich gespielt habe und ich muss zugeben, dass es trotz oder gerade wegen des Nostalgiewerts und der charakterstarken Story und Erzählung, neben Kingdom Hearts und Final Fantasy für mich persönlich eines der besten Spiele überhaupt darstellt.

Screenshot – Vampires Dawn, Reign of Blood

Während aktuell schon (oder sollte ich besser sagen, „juhu, endlich!!“) die zweite Fortsetzung, also Teil 3 des Spiels, beim Entwickler in Bearbeitung ist, ist schon vor einer Weile ein Roman zu Teil 1 der Saga veröffentlicht worden. Er stellt praktisch eine Zusammenfassung der Spielgeschichte dar. Und so ist es schon vor einer Weile in meinem Bücherregal gelandet, einfach nur damit ich ihn habe. Und das schon vor mindestens eineinhalb Jahren. Da stand er nun, ungelesen… Weil ich noch so viele andere ungelesene Bücher rumliegen habe, deren Story ich eben noch nicht kenne.
Ich sollte mich fast schämen…

Letztenendes hat er dann doch gewonnen und ich muss zugeben, der Blick ins Buch, nachdem das Spiel schon einige Jahre zurückliegt, hat süße Erinnerungen wachgerufen. Deshalb möchte ich euch den Titel kurz vorstellen und meine bescheidene Meinung zum Werk kundtun, bevor ich mich an Band zwei mache. \(⌒ω⌒)

Viel Spaß beim Lesen.

Eckdaten

Darum geht’s

Es geht um die Geschichte unserer drei Protagonisten Valnar, Asgar und Alaine, deren Schicksale sich durch verschiedene Begebenheiten unwiederbringlich miteinander verbunden haben.

Nachdem Valnar auf brutale Art und Weiße seine Frau an den Tod verloren hat, macht er sich auf den Weg, um mehr über das Geschehene herauszufinden und den Mörder seiner Frau ausfindig zu machen. Was er ziemlich schnell merkt, ist, dass es keinen Weg mehr zurückgibt. Denn als Asgar auf Valnar aufmerksam wird, hat dieser in ihm sein perfektes Ritualopfer gefunden, um seine eigene Geliebte wieder unter die „lebenden“ zu holen. Dumm für Valnar, dass er dafür die Welt der Lebenden für den Rest seines „Daseins“ verlassen muss und als blutsaugendes Monster durch die Welt gehen darf. Als Asgars Diener entwickelt er schon sehr zeitnah eine immens große Antipathie gegenüber seinem Meister. Wer kann’s ihm verdenken…

Sarkastisch, narzisstisch, machthungrig.

Das sind wohl die drei passensten Adjektive, um Asgar zu beschreiben. Aber genau diese Art ist es, die auch den Erzählstil der Geschichte prägt. Immerhin handelt es sich nicht um eine Twilight-Edition von Vampir, die euch hier erwartet, sondern es wird richtig düster.
Man bekommt die Welt aus einem völlig anderen Blickwinkel zu sehen, da sich unsere Protagonisten kaum bis gar nicht mit Menschen abgeben. Die haben nämlich ganz andere, ziemlich mächtige Probleme – nämlich ihre Artgenossen.

Im Laufe der Geschichte kommen noch andere Erzählaspekte dazu, die zwischen den verschiedenen Parteien doch zu größeren Problemen führen als anfangs angenommen. Dazu zählen kleine bis mittelgroße Romanzen, finstere Familiengeheimnisse oder Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und Leben. An unerwarteten Wendungen mangelt es also nicht.

Was die Handlung und deren Erzählstil angeht, schreitet diese im Wesentlichen ziemlich zügig voran. Vor allem im Vergleich zu anderen „regulären“ Romanen. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist. liegt denke ich im Auge des Betrachters, da die Empfindungen diesbezüglich, sehr auf den individuellen Lesestil ankommt. Persönlich finde ich es eher positiv, denn so wird es nicht langweilig und man hängt sich nicht unnötig in irgendwelchen Dialogen oder Beschreibungen auf. In jedem Fall habe ich den Stil als leicht lesbar, humorvoll und spannend geschrieben wahrgenommen.

Ihr wollt mal reinschnuppern?
Zur Leseprobe geht es hier.

Kleines Nachwort…

…für all diejenigen die das Spiel damals oder heute gespielt haben und das Buch noch nicht gelesen haben:
Ich kann es euch nur wärmstens empfehlen.

Im Prinzip gibt es die Spielstory ohne größere Lücken, Füllmaterial und/oder Änderungen wieder, allerdings gibt es Szenen, in denen man den Gedankengängen der Charaktere noch mal ein Stück besser folgen kann, weil man in einem Buch einfach zusätzlich beschreiben kann, was eine Person denkt, ohne, dass es den „Verlauf“ stört, wie es zum Beispiel der Fall wäre, wenn man es ins Spiel einbauen würde.

Da es sich bei Vampires Dawn ursprünglich um eine offene Spielwelt handelte, konnte man, wenn man zum Beispiel länger nach etwas suchen musste, schon mal den Faden verlieren, weshalb ich an dieser Stelle noch einmal gesondert festhalten möchte, dass die Story des Buchs, dem Original im Spiel wirklich mehr als treu geblieben ist.
Da kann man als Vergleich sowas wie „Das Buch zum Film“ und „Original-Romanvorlage“ nehmen. Hier ist meistens der Film nicht 100 %-ig wie das Buch (weils einfach nicht mehr rein ging?), weshalb dann eben noch mal ein Buch, passend zum Film geschrieben wird… So muss ich sagen, dass ich den Roman als eine passende Ergänzung zum Spiel empfinde, da die Story einfach noch mal auf den Punkt gebracht wird.

Ich für meinen Teil fand vor allem Asgar schon damals beim Spielen cool. Fies, definitiv… aber cool (´∀`)ノ~ ♡ Und ich muss zugeben, gerade für ihn empfinde ich jetzt doch noch einen Tick mehr Empathie als zuvor 😉

Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, es aber mal testen möchte oder Interesse an ein paar weiteren Hintergrundinfos hat, der kann gerne noch einen Blick auf die offizielle Homepage des Spiels werfen: http://vampiresdawn.de/uebervampiresdawn/
Hier werden auch die bereits veröffentlichen Spiele als Freeware Download angeboten.

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